Containerriesen bei großen Linienreedereien sehr begehrt - Flexible Motoren und neues Design fördern Absatz

Zurück zu Teil 1: Der Drang zur Größe - Schifffahrt setzt auf Containerschiffe mit großen Ladekapazitäten (Megaboxer)

Die Containerriesen der neuen Generation haben mit rund 350 Metern eine Länge von mehr als drei Fußballfeldern und eine Breite von rund 48 Metern. Damit werden sie auch den im Ausbau befindlichen Panama-Kanal ab dem Jahr 2015 passieren können. Bisher ist die Schleusenanlage des Panama-Kanals auf eine Länge von 300 Metern und eine Breite von 33 Metern ausgelegt. Nach Fertigstellung des Ausbaus können Schiffe bis zu einer Länge von 427 Metern und einer Breite von 55 Metern die Passage zwischen Nord- und Südamerika durchlaufen.

Auch das Design der neuen Containerschiffe hat sich verändert. Die Brücke wird nicht mehr im hinteren Drittel des Decks stehen, sondern in die Mitte rücken, damit sich der Sichtkorridor für Kapitän und Offiziere verbessert und weitere Containerlagen an Deck gestapelt werden können.

Bei den Motoren handelt es sich um elektronisch flexibel steuerbare Dieselmotoren. Diese können sowohl auf volle Kraft laufen, als auch im Teillastbereich - also bei verminderter Geschwindigkeit - betrieben werden, was zusätzlich Treibstoff spart. Bei einer Reduzierung der Geschwindigkeit von 25 auf 22 Knoten (sog. slow-steaming) ergibt sich eine Treibstoffersparnis von rund 35 Prozent. Dies ist für die großen Linienreedereien von immensem Interesse, da die Kosten für den Treibstoff in den letzten Monaten von circa 400 $ auf aktuell 700 $ pro Tonne gestiegen sind. Um die mit dem slow-steaming durch längere Reisezeiten verbundene Reduzierung des Transportvolumens auszugleichen setzen die Reedereien zum großen Teil mehr Schiffe in ihren Fahrplänen ein. Dieses führt zu einem erhöhten Bedarf an Tonnage.

Die oben beschriebenen Motoren, die heute schon in Schiffen der derzeitigen 8.000 TEU-Klasse verwendet werden, sind ausreichend auch die neuen Ozeanriesen anzutreiben. Hieraus ergeben sich weitere Kostenvorteile pro transportiertem Container für diese Schiffsklasse.

Die Personalkosten entsprechen bei den Megaboxern ungefähr denen von 8.000 TEU Schiffen, was sich zusätzlich günstig auf die Kostendegression auswirkt. Insgesamt ergibt sich durch die um 50 Prozent höhere Containerkapazität ein Kostenvorteil pro Container von rund 30 Prozent. In Zeiten hoher Treibstoff- und Personalkosten ein unschätzbarer Wettbewerbsvorteil.

Containerriesen bei den großen Linienreedereien sehr begehrt

Für die neue Generation der Containerriesen entwickelt sich derzeit der Chartermarkt rasant. Noch sind nur sehr wenige Schiffe in Fahrt, die mehr als 10.000 TEU laden können. Derzeit kommen aus unserer Sicht vor allem die großen Linienreedereien als Charterer in Frage. Nahezu alle in den Orderbüchern der Werften stehenden Ozeanriesen wurden auf Grund der hohen Wettbewerbsvorteile von den führenden Containerlinien bestellt bzw. beschäftigt.

Lloyd Fonds hat gerade zusammen mit der Hamburger Reederei NSC zwei der 2010 abzuliefernden 12.800 TEU Containerschiffe für 12 Jahre an die weltweit drittgrößte Containerreederei CMA CGM verchartert. Die beiden für insgesamt circa 59.500 $/Tag über zwölf Jahre vercharterten Schiffe sollen ab der zweiten Jahreshälfte als geschlossener Fonds aufgelegt und damit einem breiten Publikum angeboten werden. Zwei weitere Containerschiffe dieser Serie wurden in diesem Paket an CMA CGM verkauft. Wir gehen davon aus, dass der Drang zu Größe auch in den nächsten Jahren anhalten wird.

© Thorsten Klostermeier, Lloyd Fonds AG, Leitung Schifffahrt

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Zusammenfassung

Das Wachstum beim Bedarf nach großen Containerschiffen ist ungebrochen: Containerschiffe mit riesiger Ladekapazität erfreuen sich immer größerer Beliebtheit

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